17.06.2014 - Studium verbindet Kontinente

Seit fast 20 Jahren fliegen Reutlinger und amerikanische Studenten über den großen Teich, um Auslandsluft zu schnuppern und internationale Erfahrungen zu machen. Mittlerweile ist die Kooperation zwischen der Hochschule Reutlingen und der Kettering Universität im amerikanischen Flint zum größten internationalen Programm an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg herangewachsen. Mit an Bord sind außerdem die Hochschulen Esslingen, Ulm, Konstanz und Furtwangen. Einer der insgesamt rund 2200 Austauschstudenten ist der Reutlinger Student Matthias Ritter, der ein Semester an der Kettering Universität in Michigan verbracht hat.

„Vor Beginn meiner Masterarbeit wollte ich ins Ausland, um einfach über den eigenen Tellerrand zu schauen“, erzählt der Masterstudent der Leistungs- und Mikroelektronik.  Bevor es im vergangenen Juli ans Kofferpacken ging, standen für den 24-Jährigen aber noch Vorbereitungs- und Einführungskurse auf der Agenda. „Mitarbeiter von Kettering waren in Reutlingen und haben uns beispielsweise bei der Visumsbeantragung unterstützt“, erinnert sich Ritter.

In der 20-jährigen Kooperation gibt es immer wieder neue Meilensteine: Ritter war einer der ersten des Programms, der als Ausländer an der Kettering Universität nicht nur studieren, sondern auch arbeiten konnte. „In einem Laborzentrum habe ich zu Akkumaterialien geforscht“, so Ritter. Mit Forschern aus der ganzen Welt an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, sei „eine ganz besondere Motivation“ gewesen.

„Als Ausländer findet man besonders in den zahlreichen Studentenclubs schnell Anschluss.“ Ein Highlight waren für Ritter die wöchentlichen Technik-Wettbewerbe. „Mit unseren Tüfteleien haben wir die Siegprämie öfters mit nach Hause genommen“, berichtet der Student stolz. Anfangs war das dortige Campus-Leben eine Umstellung: Strenge Sicherheitsvorkehrungen und eine Campus-Polizei gehören zum Alltag. „Aber durch solche und andere Erlebnisse habe ich meinen Horizont erweitert und andere Haltungen zu verstehen gelernt“, erzählt Ritter.

Transatlantische Freundschaft

Entwickelt hat sich die Kooperation im Jahr 1994 auf Initiative des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und der Hochschule Esslingen. „Ein Jahr später hat die Hochschule Reutlingen zu einem ersten transatlantischen Seminar eingeladen“, so Prof. Baldur Veit, Programmkoordinator und Leiter des Akademischen Auslandsamts der Hochschule Reutlingen. „Auf Basis von Vertrauen und Freundschaft sind sehr gute Beziehungen mit Kettering entstanden. So haben die Studenten beider Seiten die Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln“, fügt Veit hinzu.

Anlässlich des Jubiläums findet am 26. Juni ein Symposium zu aktuellen Technikfragen auf dem Hohbuch-Campus statt.  Außerdem ist die „Expedition N – Nachhaltigkeit für Baden-Württemberg“ der Baden-Württemberg Stiftung mit ihrem Expeditionsmobil zu Besuch, in dem sich Interessierte rund um die Themen Energie und Nachhaltigkeit informieren können. Ein weiterer Programmhöhepunkt ist eine Gala-Veranstaltung mit Wissenschaftsministerin Theresia Bauer in der Baden-Württemberg Stiftung in Stuttgart.

Von: Pia Karge