18.06.2014 - VIELFALT IM ALLTAG GESTALTEN!

Hochschule Reutlingen stellt einen Arbeitsplatz zusammen mit den Werkstätten der BruderhausDiakonie zur Verfügung!

„Vielfalt unternehmen“ – so heißt das Motto des Diversity-Tages, der am 3. Juni bundesweit gefeiert wird. Auf Initiative des Vereins „Charta der Vielfalt“ beteiligen sich über 300 Firmen, Organisationen und Institutionen mit Aktionen. Ziel ist es, ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiter, unabhängig von der Nation, Weltanschauung oder Behinderung, geschätzt werden. Auch die Hochschule Reutlingen beteiligt sich mit einem Infostand, Videodrehs und einer Filmvorführung am Diversity-Tag.

Wie gelebte Diversität aussieht und im Alltag funktionieren kann, zeigt die Hochschule Reutlingen in Zusammenarbeit mit den Werkstätten der BruderhausDiakonie. Die Hochschule stellt einen sogenannten betriebsintegrierten Arbeitsplatz zur Verfügung, der Menschen mit Behinderungen am normalen Arbeitsleben teilhaben lässt.

Von Arbeiten am PC und Erledigen von Druckaufträgen über Einkäufe bis zu Metallbearbeitungen: Georg Maier* ist eine wichtige Stütze am Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik (rbz) in Reutlingen-Rommelsbach. Im Lehr- und Forschungszentrum der Hochschule Reutlingen arbeitet der 45-Jährige im Programm „Betriebsintegrierte Arbeit und Bildung“. „Unser Konzept soll Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen helfen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein“, erzählt Koordinatorin Susanne Dörrich von der BruderhausDiakonie.

Angefangen hat Maiers Arbeit mit einem neunmonatigen Praktikum – mittlerweile ist er schon seit fast drei Jahren wertvolles Mitglied im Team des Robert Bosch Zentrums. Er kann zu recht stolz auf sich sein: „Anfangs hatte ich ein mulmiges Gefühl, aber jetzt freue ich mich, dass ich es bis hierher geschafft habe“, berichtet Maier. An drei Tagen in der Woche arbeitet er im rbz, an den anderen Tagen ist er in den Werkstätten der BruderhausDiakonie aktiv.

Mentor vor Ort

Jobcoach Michael Schröter von der BruderhausDiakonie ist Bindeglied zwischen der Hochschule Reutlingen und den Werkstätten. Einmal pro Woche besucht er Maier im rbz, übt mit ihm unterschiedliche Tätigkeiten ein und reflektiert die zurückliegende Zeit. Auch in Doktorand Timo Zawischka hat Maier jederzeit einen Ansprechpartner und Mentor am Robert Bosch Zentrum.

„Einerseits liegt uns der Inklusionsgedanke sehr am Herzen“, erzählt rbz-Prof. Dr. Jürgen Scheible, auf dessen Initiative die Kooperation erstmalig an der Hochschule ins Leben gerufen wurde. „Das Konzept hilft uns als Bildungseinrichtung, Menschen mit Assistenzbedarf kennen zu lernen und zu fördern. Andererseits ist es für uns auch wichtig, einen zuverlässigen Mitarbeiter zu haben, der uns die verschiedensten Erledigungen gewissenhaft und effizient abnimmt“, fügt Scheible hinzu.

Miteinander stark sein

Diversität ist auf dem Campus ein wichtiges Thema. Derzeit nimmt die Hochschule an einem zweijährigen Auditierungsverfahren teil, an dessen Ende das Zertifikat „Vielfalt gestalten“ vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft stehen soll. Ziel ist es, eine Diversitätsstrategie zu entwickeln, mit deren Hilfe Studierende mit unterschiedlichem Biografien und Erfahrungen besser integriert und zum Studienerfolg geführt werden sollen.

*Name wurde von der Stabsstelle Kommunikation geändert